Nur eine einzige Sache

In unserem hektischen (Arbeits-)Alltag sind wir alle ständig gefordert. Wir bearbeiten zu jedem Zeitpunkt nicht nur eine Aufgabe, sondern haben lange To-do-Listen, auf denen im Zweifel fast alle Aufgaben gleich wichtig sind und am besten gestern erledigt sein sollten.

Und selbst wenn wir versuchen, konzentriert an einem komplexen Thema zu arbeiten, dann klingelt garantiert das Telefon, hat ein Kunde eine dringende Frage oder steht ein Kollege im Büro.

Ich denke oft, dass es ein großes Privileg sein muss, sich ganz und gar auf nur eine Sache konzentrieren zu können. Eine Aufgabe in Ruhe zu bearbeiten und komplett abzuschließen, bevor man mit dem nächsten Thema konfrontiert wird. Und entsprechend groß war der „Aha!“-Effekt als ich zusammen mit unseren Abteilungsleitern auf einmal genau das tun durfte.

Wir haben gemeinsam an einem Samstagnachmittag an einem Einführungskurs „Intuitives Bogenschießen“ bei ju yoga in Bad Salzuflen teilgenommen. Durch die drei Stunden hat uns Stefan Junker als Coach begleitet, der auch als Unternehmensberater und Yogalehrer arbeitet. Bei ihm stehen die meditativen Aspekte des Bogenschießens im Vordergrund. Es geht nicht darum, mit hoch-technisierten Sport-Bögen samt Zielfernrohr und automatischem Auslöser immer ins Schwarze zu treffen. Vielmehr geht es um Konzentration, Fokussierung und innere Ruhe.

Trotzdem legte unser Coach auf eine gründliche theoretische Einführung wert und so begann unser Workshop mit einer sehr kurzweiligen Einweisung in Technik, Material und natürlich notwendige Sicherheitsaspekte. Gespickt mit netten Anekdoten lernten wir die unterschiedlichen Eigenschaften von Holz-, Carbon- und Aluminiumpfeilen kennen, die ballistische Flugbahn und das Paradoxon des Bogenschießens. Dieses beschreibt den Umstand, dass ein Pfeil, der von einem Bogen geschossen wird, sich durch die Beschleunigung zunächst biegt und das leichte Pfeilende schneller als die schwere Pfeilspitze fliegt. Sehr faszinierend.

Noch faszinierender war dann aber unser praktischer Teil, in dem wir selbst zu Pfeil und Bogen greifen durften. Es wurde zwar auf Scheiben geschossen, es war aber egal, wo der Pfeil traf – Hauptsache, es treffen möglichst alle meine Pfeile an die gleiche Stelle. Warum? Weil das ein Indiz dafür ist, dass ich den Ablauf immer gleich ausführe: Richtig zur Scheibe stehen, den Pfeil einlegen und dann erstmal ruhig werden. Einatmen – ausatmen – Ruhe. Und irgendwann kommt der richtige Moment, zu beginnen. Einatmen – die Scheibe ansehen. Ausatmen – den Bogen heben. Und ich zelebriere diesen Moment, in dem keine Luft mehr in der Lunge ist, ich aber noch nicht den Impuls zum Einatmen spüre. Einatmen – die Sehne spannen. Es gibt jetzt nur noch diese Scheibe und mich. Sehne loslassen. Der Pfeil fliegt. Ausatmen. Genießen.

Zahlreiche Studien (z.B. Relaxation techniques: Breath control helps quell errant stress response der Harvard Medical School) belegen die wichtige Rolle der Atmung bei Entspannung und Anspannung. Atemtechniken werden häufig als Entspannungsübung eingesetzt, im intuitiven Bogenschießen kommt jedoch noch der immer gleiche und damit wirklich meditative Ablauf des Schießens hinzu. Irgendwann fühlt man sich wie in einem „Flow“ und ganz bei sich selbst. Und tatsächlich gelingt der Schuss umso besser, je ruhiger und fokussierter man in dem Moment des Abschusses ist. Wir wurden alle im Laufe der drei Stunden immer ruhiger, es wurde immer weniger gesprochen, wir durften uns konzentrieren auf eine einzige Sache und haben es genossen.

 

Weber Data Astrid Drexhage, Geschäftsführerin

Autorin: Astrid Drexhage

Geschäftsführerin bei Weber Data Service.

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